Ziel und Zweck

Ziel Wir möchten auf der Gesamtfläche der Hegegemeinschaft mindestens 0,5 % der bejagbaren Fläche – also rund 45 – 47 ha - Äsungsflächen in guter Qualität dauerhaft für unser Wild zur Verfügung zu haben.

 

Alles was wir als Jäger tun, findet in konkreten Lebensräumen statt. Wollen wir anderen erklären was wir tun und was für die einzelnen Wildarten gut und lebensnotwendig ist, müssen wir zunächst selbst darüber Bescheid wissen. Hierzu soll uns das zu erstellende Lebensraumgutachten dienen. Damit wird der aktuelle Zustand unserer Wildtierlebensräume für die Reviere der Hegegemeinschaft Büdingen - Nord dokumentiert. Mit den Ergebnissen können wir Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume gezielter planen und durchführen, und Veränderungen dokumentieren.

 

Dabei nehmen auch die Wildäsungsflächen eine zentrale Rolle ein. Das hessische Jagdgesetz fordert ganz konkret, dass die Jagdausübungsberechtigten die natürlichen Lebensgrundlagen des Wildes zu schützen, zu erhalten und zu verbessern haben. Hierzu zählen insbesondere Maßnahmen der Reviergestaltung, wie die Schaffung von Äsungs- und Deckungsflächen. Gemäß unserem neuen Jagdgesetz ist anzustreben, dass 0,5 % der Jagdfläche von der Jagdgenossenschaft für die Anlage von Äsungsflächen bereitzustellen ist. (§ 2 HJagdG, Hegepflicht). Diese Maßnahmen der Lebensraumerhaltung und der Verbesserung sollen - so das Jagdgesetz im § 30 Abs. 1 – mittelfristig eine künstliche Wildfütterung überflüssig machen.

 

Bei der Betrachtung von Äsungsflächen unterscheiden wir hierbei, je nach Notwendigkeit und Schwerpunkt, Flächen mit Sommer- oder Winteräsung. Mischungen, die sowohl Sommer- (z. B. Rotklee, Luzerne, Buchweizen) aber auch Winteräsungspflanzen (z. B. Raps, Blattstamm-, Markstamm- oder Furchenkohl) als Saatgut enthalten, sind ebenfalls empfehlenswert.

 

Während in Waldrevieren die Verbesserung der Äsungssituation im Vordergrund steht, sollen solche Flächen im Feld dem Wild auch noch Schutz und Deckung bieten. Dies brauchen unsere Wildarten schon ab der Getreideernte bis zum nächsten Sommer. In dieser Zeit sind die Flächen kahl und leer und bieten dem Tier kaum Schutz vor der Witterung oder seinen Freßfeinden.

 

Wir haben dabei keine Tierart im Focus, denn solche „Überlebensinseln“ im ansonsten kahlen Feld bieten allen freilebenden Tierarten Nahrung, Schutz und Deckung. Dadurch ergibt sich ein breiter Spielraum für die Ansaat und Pflege von Äsungsflächen und wir können das gemeinsame Interesse zwischen Jägern, dem örtlichen Vogel- und Naturschutz sowie den Imkern herstellen.