Feldhasenmonitoring, Ziele und Methode

Im Rahmen des Lebensraumgutachtens soll die Situation der Feldhasenpopulation untersucht werden. Dazu ist zunächst ein längerfristiges Monitoring notwendig, um feststellen zu können, in welcher Dichte der Hase in den einzelnen Revieren vorkommt und wie groß der Reproduktionserfolg ist.

Daraus werden notwendige und geeignete Maßnahmen für die Erhaltung oder Verbesserung der Hasenpopulation abgeleitet.

Die Maßnahmen sollen für das einzelne Revier anwendbar sein, aber auch für die Reviere der Hegegemeinschaft gemeinsam umgesetz werden können.

 

 

Im Herbst 2000 wurde daher das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD, siehe auch http://www.tiho-hannover.de/index.php?id=wild sowie http://www.jagdnetz.de/wild) vom Deutschen Jagdschutzverband ins Leben gerufen. Ziel dieses langfristigen Projektes ist die bundesweite Erfassung ausgewählter Wildtierarten mit wissenschaftlichen Methoden, um künftig über abgesichertes Datenmaterial zu verfügen.

 

Um für unsere Reviere vergleichbares Datenmaterial zu bekommen, verwenden wir für die Erfassung der Feldhasenbesätze die Methoden von WILD und zählen die Hasen entlang von festgelegten Zählstrecken jeweils in Frühjahr und im Frühwinter. Im Frühjahr sehen wir, wie viele Hasen den Winter überstanden haben und für einen neuen Vermehrungszyklus zur Verfügung stehen. Im Frühwinter zeigt uns das Zählergebnis, wie viele Hasen in diesem Jahr dazugekommen sind und von den Althäsinnen erfolgreich großgezogen wurden.

Die Zählfläche

Gemeinsam mit den Revierinhabern wurde vor Beginn der Zählungen eine Wegestrecke festgelegt, die nicht mehr verändert werden soll. Entlang der Strecke wird bei Tag mit dem Entfernungsmesser die Sichtweite ausgemessen. Die maximale Entfernung wird auf 150 m begrenzt, weil selbst mit starken Scheinwerfern nachts in größeren Entfernungen kein sicheres Ansprechen möglich ist.

Wegstrecke und Sichtweite werden in ein geografisches Informationssystem übertragen und die Feldfläche ermittelt, die beobachtet werden wird.

 

Die "Spielregeln" für die Zählfahrten sind exakt in den Vorgaben von WILD festgelegt und ein Mitstreiter von ProNatur begleitet im ersten Jahr alle Zählfahrten. Dadurch soll eine Gleichmäßigkeit der Datenerhebung und die Einhaltung der "Spielregeln" gesichert werden. Ziel ist es natürlich, dass in den Folgejahren die Zählungen selbständig von den Revierjägern alleine durchgeführt werden.

Dankenswerterweise bekamen wir eine große Kiste mit Suchscheinwerfern vom Landesjagdverband spendiert, die wir als Arbeitsmittel an die engagierten Reviere ausgeben konnten.

Die Zählung

So sieht das dann aus, wenn die Hasenzähler abends ca. eine Stunde nach Dunkelheit die Felder ableuchten und dabei die Hasen zählen, die im Scheinwerferkegel auftauchen.